Dr. med. univ. Christian Pfiszter / Ordination für Ganzheitsmedizin / 8020 Graz, Baiernhofweg 8 / Tel.: 0316 576530
Mistel - Therapie

Der Begründer der Anthroposophie, Dr. Rudolf Steiner, entwickelte die Misteltherapie aus der Beobachtung des ähnlichen Verhaltens von Tumor und Mistel. Die Mistel befällt Bäume und induziert krebsartige Wucherungen ihres Wirtes. Nach den Anweisungen Dr. Steiners stellte die Ärztin Dr. Ita Wegmann einen Mistel - Gesamtextrakt her und setzte die Therapie erstmals 1917 mit Erfolg bei Krebs ein.

Die Mistel - Therapie kann als ergänzende Methode zu den etablierten Säulen der Krebsbekämpfung - Chirurgie, Chemotherapie und Strahlentherapie - eingesetzt werden. Dabei lernt das Immunsystem den gut getarnten Tumor als fremde und aggressive Krebserkrankung zu erkennen und bekämpft ihn mit körpereigenen Mechanismen. Diese biologische Immuntherapie wird von mir ganz individuell je nach Befinden, Reaktionslage, Tumorart und Stadium der Erkrankung angewandt. Als ganzheitliche Methode kann die Mistel - Therapie ein wertvoller Bestandteil eines umfassenden Behandlungskonzeptes sein.


Wie wirkt die Mistel - Therapie?


Verbesserung der Lebensqualität: mehr Appetit, Gewichtszunahme, verbessertes Leistungsvermögen, aufgehellte Simmung, besseres Wohlbefinden.
Anhebung der mittleren Kerntemperatur des Körpers, damit das Immunsystem optimal arbeiten kann, geringere Infektanfälligkeit.
Auslösung eines gesteuerten „Selbstmordprogrammes” in Tumorzellen, aber auch in normalen Körperzellen. Da sich Krebszellen rascher teilen und vermehren, als gesundes Gewebe, sind Tumorzellen auch stärker betroffen.
Schutz der DNA gegenüber Chemotherapie
Die Chemotherapie mit alkylierenden Substanzen schädigt immer auch das Erbgut gesunder Zellen. Die Mistel - Therapie stabilisiert die DNS (Desoxyribonucleinsäure) und kann gesunde Zellen vor manchen Schäden bewahren.

Modulation von Immunreaktionen:

Mistel-Lektine: Toxische Lektine hemmen die Eiweisssynthese sowohl in Tumorzellen, als auch in normalen Zellen und lösen einen gerichteten Zelltod aus.
Viscotoxine sind cystein-reiche Eiweisse, die Zellmembranen zerstören und die physiologische Aufgabe der Granulozyten und Monozyten, das Erkennen und Beseitigen von Bakterien, verbessern.
Oligo- und Polysaccaride: Diese Zuckerverbindungen aktivieren Natürliche Killerzellen, die Krebszellen vernichten können, des weiteren auch Monozyten und Makrophagen und stimulieren die Freisetzung von Interferon-Gamma und Tumor-Nekrose-Faktor-Alpha aus Lymphozyten und eine Brückenbildung zwischen Natürlichen Killerzellen und Tumorzellen.
Stimulation der Natürlichen Killerzellen (NK-Zellen), T-Zellen, B-Zellen mit Antikörperproduktion, Zytokine, Freisetzung von Beta-Endorphin (stimmungsaufhellend und schmerzlindernd), Interleukin- Rezeptoren auf den T-Helferzellen.
Vermehrung von Lymphozyten, v.a. Natürliche Killerzellen und Lymphozyten (CD4 T-Helferzellen)

Kernaussage von Studien über Mistel - Therapie

Bei 75 % der Patienten spricht die Misteltherapie an, 25 % reagieren zu wenig, oder gar nicht
Patienten, die sowohl mit konventioneller Tumortherapie, als auch mit Mistel - Therapie behandelt wurden, leben mit besserer Lebensqualität
Wie wird die Therapie durchgeführt?

Nach gründlicher Untersuchung und Aussprache führe ich die Mistel - Therapie als begleitende biologische Zusatztherapie durch. Besonders wichtig scheint mir - neben der dokumentierten immunologischen Wirkung - der positive Einfluss auf die Befindlichkeit. Ich bin bestrebt Krebspatienten zu motivieren, damit sie eine kämpferische Haltung gegen den Tumor entwickeln und versuche gerade auch in schwierigen Situationen Hilfe, Unterstützung und Zuspruch anzubieten.

Das Rezept für die Mistelampullen legen Sie beim Chefärztlichen Dienst zur Bewilligung vor. In der Regel wird das Rezept bestätigt und Sie holen die Ampullen in der Apotheke und bringen diese mit in die Ordination. Hier wird immer auch eine kurze Untersuchung durchgeführt und besonderes Augenmerk das Gespräch gelegt. Die aktuellen Probleme werden ebenso angesprochen wie die Befindlichkeit. Aus der jeweiligen Reaktionslage ergibt sich dann der Einsatz der Mistelinjektion. Ordination, Aussprache und Injektion sind als Paket „Misteltherapie” zusammengefasst privat zu bezahlen, einen Teil der Kosten übernimmt die Kasse.

Der Mistelgesamtextrakt wird in steigender Dosierung 1 bis 2 Mal in der Woche subkutan injiziert. Lokalreaktionen an der Einstichstelle und leichtes Fieber sind gewünschte Anzeichen einer intensiven Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Mistelextrakt. Diese Reaktionen klingen in der Regel rasch wieder ab. Eine neue Untersuchung mit Intravitalmikroskopie zeigt, dass der Organismus vom Tag der ersten Injektion an das Blut besser verteilt und damit auch die weißen Blutzellen. Nach 4-6 Wochen reagiert das Immunsystem mit der Vermehrung von bestimmten Immunzellen und der Freisetzung von Mediatorsubstanzen.

Die Injektionen werden bis zur Erhaltungsdosis gesteigert. Anschließend wechseln Injektionen und Therapiepausen in rhythmischer Abfolge. Weil durch Chemo- und Strahlentherapie nicht restlos alle Karzinomzellen abgetötet werden können ist es wichtig, das Immunsystem zu stimulieren und dauerhaft reaktionsbereit zu halten. Dadurch kann Krebs in vielen Fällen als „chronische Erkrankung” betrachtet werden, die durch die moderne Medizin zwar nicht restlos heilbar, aber doch beherrschbar wird.

Nach 5 beschwerde- und rezidivfreien Jahren wird die Therapie ausgeleitet. Bei einer eventuellen Verschlechterung der immunologischen Daten und Tumormarker, aber auch in Zeiten besonderer Belastungssituationen wird die Misteltherapie wieder für eine gewisse Zeit fortgeführt.

Nebenwirkungen

Die Verträglichkeit der Therapie ist meist problemlos. Rötungen und leichte Schwellungen an der Einstichstelle, sowie leichtes Fieber und Müdigkeit sind Zeichen einer erwünschten Auseinandersetzung des Körpers mit dem Mistelextrakt. Davon abzugrenzen sind eine größere Rötung sowie ein allgemeiner Hautausschlag als Symptome einer Allergie auf Mistellektin. Diese Reaktionen nötigen zur Verringerung der Dosis, oder zum Abbruch der Therapie. Sehr sehr selten sollen allergische Schockreaktionen schon bei der Erstbehandlung aufgetreten sein, die intensivmedizinisches Handeln erforderlich machen.


Injektion von 1 mitgebrachten Ampulle EUR 15.-